Mobbing darf nicht sein – Die „Top 5“ einer guten Führung zur Mobbing-Prävention in der Lambertus gGmbH

Im Juni 2017 fand im Pflegeheim der Lambertus gGmbH in Hückelhoven im Rahmen der neu aufgelegten Veranstaltungsreihe „Auf den Punkt. gebracht“ ein Informationsnachmittag zum Thema „Mobbing – Problem von Unternehmen oder Ausprägung einer kranken Gesellschaft?“ statt.

Zunächst stellte Arndt Hermans als erfahrener Mobbing- und Konfliktberater im Kreis Heinsberg heraus, was Mobbing ist: das systematische und längerfristige Ausschließen eines Menschen. Dann schilderte er nicht etwa weitere wissenschaftliche Details, sondern erzählte sehr anschaulich, welch verheerende Wirkung Mobbing bei einem betroffenen Menschen und seiner Familie haben kann. Auf alle Zuhöhrer/innen wirkte das sehr bedrückend. Auch Frau Dr. Elisabeth Hermanns, langjährige Allgemein- und Betriebsmedizinerin, die viele Institutionen und Betriebe hier in der Region betreut, schilderte eine Vielzahl von Praxisbeispielen. Dadurch wurde klar, wie individuell die Fälle sind und wie unterschiedlich die Reaktionen von Betroffenen sein können. Eine Botschaft kam aber von beiden Rednern ganz klar: Betroffene sollten sich frühzeitig Hilfe suchen, denn sie müssen unbedingt raus aus der Opferrolle, die sie handlungsunfähig macht und ihre Situation immer weiterhin einen Teufelskreis treibt.

Abgerundet wurde die Veranstaltung von einem sehr engagierten Vortrag von Marcel Ballas, Geschäftsführer der Lambertus gGmbH und Chef von ca. 250 Mitarbeiter/innen, die 500-600 Menschen versorgen, zur Prävention von Mobbing.

Als „Top 5“ seitens der Führung stellte er heraus:

  • Vorbeugung: Fortbildungen, gutes Betriebsklima, offene Kommunikation, flache Hierarchien und klare Verantwortlichkeiten, betriebliches Gesundheitsmanagement zur Steigerung von Gesundheit und Zufriedenheit aller
  • Offene Kommunikation: Probleme offen ansprechen, immer wieder Information und Motivation, gute Planung, Austausch aller
  • Als Chef erreichbar sein: mit offenen Türen arbeiten, regelmäßig durchs Haus gehen und mit den Mitarbeitern/innen sprechen und das auf Augenhöhe
  • Hilfestellung bieten: ein offenes Ohr für Probleme haben, dort helfen, wo es der Arbeitgeber kann, bei schwerwiegenden Konflikten ggfs. externe Hilfe hinzuziehen
  • Vorbild sein nach dem Motto „unser Team ist unser Kapital“, „wir sind alle Kollegen/innen“, „jede/r ist eine Respektperson“, „Null Toleranz“ bei Mobbing.

Neben diesen Grundregeln für die Führung berichtete er von einem sehr hilfreichen „Kommunikationsknigge“, der unter Einbezug der Mitarbeiter/innen erarbeitet worden war. Diesen sowie eine Übersicht über die „Top 5“ finden Sie im Anhang.

www.lambertus-hueckelhoven.de

Die Mobbing- und Konfliktberatung bei Herrn Hermans kann übrigens jede/r Bürger/in kostenlos in Anspruch nehmen, der/die hier im Kreis wohnt oder arbeitet. Kontakt und Terminvereinbarung über den Kreis Heinsberg/Gesundheitsamt-Nebenstelle Geilenkirchen unter 02451 / 911190. Der Link zur Homepage von Herrn Hermans ist www.mobstop.de .