Betriebliches Gesundheitsmanagement auch in der Kreisverwaltung

Auch wenn die Fehlzeitenstatistik der Kreisverwaltung Heinsberg im Vergleich zu anderen eher gut ausfällt, weiß man, dass sich auch Bürojobs negativ auf die Gesundheit auswirken können und dass insbesondere psychische Probleme oft zu langen Ausfallzeiten führen. Deswegen hat man seit 2013 den Arbeitsschutz intensiviert und begonnen, ein systematisches betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) aufzubauen. Bisher gab es dazu nur einzelne, meist vom Personalrat angestoßene Angebote.

Zunächst hat man im Rahmen einer Bedarfsabfrage die Bedürfnisse und Wünsche der Mitarbeiter/innen erfragt. Daraufhin wurde ein Programm erarbeitet, welches zweimal im Jahr aktualisiert wird. Dies umfasst Kurse zur Rückengesundheit, Bewegung und Entspannung. Vorträge und kleine Seminare kommen hinzu; dabei geht es beispielsweise um den Umgang mit Stress, Mobbingprävention und Erkennen psychisch kranker Besucher. Zu den Angeboten des BGM gehören aber auch EDV- Themen u.ä., denn neue Computerprogramme, Fluten von Mails, ein laufend klingelndes Telefon können zu einer ernsthaften psychischen Belastung werden, ganz abgesehen von besonderen Herausforderungen wie z. B. der Flüchtlingswelle im vergangenen Jahr. Schon länger etabliert ist ein Deeskalationstraining in mehreren Stufen. Einzelveranstaltungen, etwa eine Ausstellung, Teilnahme an einem Firmenlauf oder ein interner Gesundheitstag kommen hinzu. Als „Familienfreundlicher Arbeitgeber“ wurde außerdem eine Ferienbetreuung für Grundschulkinder organisiert. Einiges getan wurde auch an der Büro- und EDV-Ausstattung sowie am Innenraumklima, das bei der Bedarfsabfrage immer wieder zur Sprache gekommen war. Die Essensangebote in der Kantine haben sich allein aus Überlegungen des Anbieters Prospex deutlich verbessert. Verschiedene Beratungsangebote für die Mitarbeiter/innen runden das Angebot ab.

Alle Veranstaltungen werden evaluiert, d. h. die Teilnehmer/innen werden über einen kleinen Fragebogen um eine Bewertung gebeten. Um Aufwand und Kosten für das BGM in Grenzen zu halten, setzt man auf vielfältige Kooperationen mit VHS, Personalrat, Kreispolizeibehörde, „Betreuungsverein Region Heinsberg“ und selbstverständlich dem Betriebsarzt. Mit den in den umliegenden Regionen am BGM arbeitenden Mitarbeitern/innen hat man sich locker vernetzt.

Und übrigens: Das nicht auszurottende, aber wohl nicht mehr wirklich zeitgemäße Vorurteil, dass Verwaltungen nur aufgebläht seien und dort nur Schlafmützen arbeiten, ist auch nicht gerade psychisch stärkend für die dort engagiert arbeitenden Beschäftigten!

Auskunft über Angebote und Vorgehen der Kreisverwaltung Heinsberg bei BGM und Arbeitsschutz gibt gerne Frau Dr. Cornelia Groschopp. Ihre Kontaktdaten finden Sie bei den Ansprechpartnerinnen dieser Homepage.