25.8.2015

Steuervorteile bei Förderung betrieblicher Gesundheit

Bietet ein Arbeitgeber qualifizierte Gesundheitsförderungsmaßnahmen für seine Beschäftigen an, so bleiben bis zu 500,00 Euro pro Mitarbeiter und Kalenderjahr steuerfrei.

Mit dem Jahressteuergesetz 2009 hat die Bundesregierung die betriebliche Gesundheitsförderung gestärkt. Seitdem gibt es Steuervorteile für Arbeitgeber, die sich für mehr Gesundheit engagieren. Nach § 3 Nr. 34 Einkommenssteuergesetz werden Aufwendungen des Arbeitgebers zur Verbesserung des allgemeinen Gesundheitszustandes und der betrieblichen Gesundheitsförderung steuer- und sozialabgabenfrei sein, soweit sie den Betrag von 500,00 Euro pro Mitarbeiter und Kalenderjahr nicht übersteigen.

Voraussetzung für die Steuerfreiheit ist, dass die Leistungen hinsichtlich Qualität, Zweckbindung und Zielgerichtetheit den Anforderungen der §§ 20 und 20a Sozialgesetzbuch V (SGB V) entsprechen - was bedeutet, dass sie den im Leitfaden „Prävention“ der Spitzenverbände der gesetzlichen Krankenkassen formulierten Qualitätskriterien für Prävention und betriebliche Gesundheitsförderung entsprechen müssen. Dieser Leitfaden bezieht sich auf die vier Handlungsfelder Bewegung, Ernährung, Stress und Sucht. Da insbesondere kleinere und mittlere Unternehmen entsprechende Gesundheitsförderungsmaßnahmen oft nicht selbst leisten können, sind auch Verträge mit „qualifizierten“ externen Anbietern solcher Leistungen möglich und üblich.

Für die Arbeitgeber bietet diese gesetzliche Bestimmung den Vorteil, dass sie ohne bürokratischen Aufwand ihren Arbeitnehmern Gesundheitsleistungen wie arbeitsplatzbezogene Rückenschulen oder Anti-Stresskurse anbieten können, ohne nachweisen zu müssen, dass diese im „ganz überwiegenden betrieblichen Interesse“ liegen. Damit entfällt für den Arbeitgeber das finanzielle Risiko, Steuer- und Sozialversicherungsabgaben nachzahlen zu müssen. Denn eine Prüfung vor dem Finanzamt erübrigt sich, solange es sich bei den Arbeitgeberleistungen um nach dem Leitfaden „Prävention“ (s.o.) anerkannte Maßnahmen zur Gesundheitsförderung handelt.

Für Betriebe eröffnet diese gesetzliche Bestimmung die Möglichkeit, mehr in die Gesundheit ihrer Mitarbeiter und damit auch in die eigene Zukunft zu investieren. Die Motivation der Mitarbeiter wird erhöht und die Identifikation mit dem Unternehmen verstärkt. Die Arbeitnehmer profitieren durch diese Maßnahmen, indem ihr Gesundheitszustand sich verbessert und gesundheitliche Risiken gesenkt werden. Die Arbeitszufriedenheit wird erhöht und das Betriebsklima verbessert.

Weitere Informationen hierzu:
www.bmg.bund.de
Leitfaden Prävention

Frank Jansen

AOK Rheinland/Hamburg
Regionaldirektion Mönchengladbach/Kreise Heinsberg – Viersen