18.2.2016

Resilienz - ein wichtiger Faktor für seelische Gesundheit am Arbeitsplatz

Was versteht man unter Resilienz? Und wie kann diese Fähigkeit, innerlich stark und flexibel mit äußeren Herausforderungen und Belastungen umzugehen, im betrieblichen Kontext gestärkt werden? Die Studie „Führung, Gesundheit und Resilienz“ der Bertelsmann Stiftung gibt einige erste Orientierungen.

Unter Resilienz versteht man die Fähigkeit einer Person, auch bei starken Belastungen und ungünstigen Lebenseinflüssen anpassungsfähig und aktiv zu handeln. Resiliente Menschen werden als innerlich stark und stabil beschrieben, sie nehmen die Dinge selbst in die Hand und ergreifen Möglichkeiten, wenn sie sich ihnen bieten.

Im betrieblichen Kontext ist dies besonders wichtig, wenn es darum geht, auf anspruchsvolle und wechselnde Situationen flexibel zu reagieren, vor allem, wenn der äußere oder/und innere Belastungsdruck steigt.

Doch was können Betriebe tun, wenn es darum geht die Resilienz der Mitarbeiter zu stärken? Wie kann es ihnen gelingen ein Arbeitsumfeld zu schaffen, das seelische Gesundheit unterstützt?

Die Studie „Führung, Gesundheit und Resilienz“ der Bertelsmann Stiftung untersucht den Zusammenhang zwischen diesen Variablen mit dem Ziel Handlungsempfehlungen abzuleiten.

Ausgangspunkt ist die von allen Krankenkassen berichtete stetig wachsende Zahl von Burn-Out-Fällen sowie von Fehltagen und Berufsunfähigkeiten aufgrund psychischer Erkrankungen.

Hier einige ausgewählte Auszüge aus dem Fazit der Studie (die vollständigen Informationen finden Sie in der nebenstehenden PDF):

  • Es gibt einen starken Hinweis darauf, dass das Ausmaß der Resilienz eines Menschen in einem bedeutenden Zusammenhang zu Burn-Out- und psychosomatischen Symptomen steht. Je ausgeprägter die Resilienz, umso größer der Schutz gegen Burn-Out und psychosomatische Erkrankungen.

  • Da jeder Mensch die eigene Resilienz weiterentwickeln kann, könnten Resilienztrainings im Rahmen des Betrieblichen Gesundheitsmanagements einen positiven Einfluss auf Fehltage und Berufsunfähigkeiten aufgrund von psychischen Erkrankungen haben.

  • Die Ergebnisse der Studie weisen stark darauf hin, dass Führungskräfte mit ihrem Führungsverhalten einen bedeutenden Einfluss auf die Gesundheit und Arbeitszufriedenheit ihrer Mitarbeiter haben. Positiv einwirken können sie vor allem durch ein authentisches, vorbildliches und sinnvermittelndes Führungsverhalten.

  • Als Resilienz fördernd wird am ehesten ein Führungsverhalten angesehen, das einerseits Orientierung gibt sowie andererseits den Mitarbeitern ein gewisses Maß an Kontrolle über den eigenen Arbeitsbereich lässt und damit die Überzeugung von Selbstwirksamkeit fördert.

Die Studie endet mit der Aussage, dass „der Faktor Resilienz als Fähigkeit mit Rückschlägen, Veränderungen, Ungewissheit und Druck umzugehen, aufgrund der steigenden Dynamik und Komplexität der Wirtschaftswelt in Zukunft wahrscheinlich immer mehr an Bedeutung gewinnen wird.“

Elisabeth Küppers
Kreissparkasse Heinsberg