25.8.2015

Führung und Gesundheit

Welchen Einfluss hat ein gesundheitsorientierter Führungsstil auf die Gesundheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter?

Die Studie „Gesunde Führung“ des Institutes für Führung und Personalverantwortung der Universität St. Gallen verdeutlicht u.a. dass eine gesunde Führung die psychische Gesundheit im Unternehmen und damit auch die Unternehmensleistung positiv beeinflusst. Wenn Mitarbeiter psychisch gesund sind, wirkt sich das positiv auf das Wohlbefinden (+30%), das Engagement (+19%), die Unternehmensleistung (+15%), die Kündigungsabsicht (-75%), das destruktive Engagement (-63%), die Resignation (-52%) aus.

Befragt wurden für diese Studie Mitarbeiter, Geschäftsführer und Personalleiter von ca. 100 Unternehmen aus der gesamten Bundesrepublik Deutschland. Der Fragebogen bestand aus einer Kombination aus Multiple-Choice- und offenen Fragen.

Die Autorinnen beschreiben Führung als einen der wichtigsten Einflussfaktoren für Gesundheit im Unternehmen. Sie betonen, dass gute Führung entscheidend ist für den Erhalt und die Förderung psychischer Gesundheit, während schlechte Führung stark beeinträchtigend wirkt.

Gute Führung definieren sie wie folgt:

  • „…dass Führungskräfte klar und transparent kommunizieren, ihren Mitarbeitern ein differenziertes Feedback geben und regelmäßig bei guter Leistung loben, aber auch konstruktive Kritik bei schlechter Leistung äußern.“

  • „…dass Führungskräfte selbst ein Vorbild für hohen Einsatz und großes Engagement sind, ihren Mitarbeitern ein inspirierendes Bild von der Zukunft aufzeigen, sie individuell unterstützen und sie zum Mitdenken anregen.“

Hierdurch verbessert sich die psychische Gesundheit im Unternehmen deutlich (zwischen 41%-57%).

Wird darüber hinaus „Gesunde Führung“ praktiziert, in dem Sinne, dass

  • „Führungskräfte achtsam mit sich und ihren Mitarbeitern umgehen…merken, wann Mitarbeiter Pausen brauchen, auf gesundheitliche Warnsignale achten, sich verantwortlich für die Gesundheit der Mitarbeiter fühlen und ein gutes Vorbild in puncto Gesundheit sind“

dann verbessert sich die psychische Gesundheit im Unternehmen zusätzlich um 14%.

Das eigene Gesundheitsverhalten der Führungskräfte hat eine besondere Bedeutung und Auswirkung auf die Gesundheit der Mitarbeiter:

Mitarbeiter vermuten nämlich, dass von ihnen ähnliches Verhalten erwartet wird, wenn z.B. Führungskräfte ihre eigenen gesundheitlichen Grenzen überschreiten und im Falle von Krankheit trotzdem ins Büro kommen.

Außerdem stellte sich bei der Befragung heraus, dass Führungskräfte, die selbst nicht auf ihre Gesundheit achteten, dies auch bei ihren Mitarbeitern nicht tun, zum Teil deswegen, weil sie nicht in der Lage sind, Signale frühzeitig zu erkennen.

Die Studie hebt außerdem hervor, dass in Unternehmen, in denen sich die Geschäftsführung psychisch „gut“ oder „sehr gut“ (Anm.: in dem Sinne von fit, engagiert und energiegeladen) fühlt, es auch den Mitarbeitern besser geht und die psychische Gesundheit 15% besser ist, als in Unternehmen, in denen die Geschäftsführung angibt, müde oder erschöpft zu sein.

Die Auswirkungen eines gesundheitsorientierten Führungsstils sind sowohl für die Gesundheit der Mitarbeiter als auch für das Unternehmen an sich positiv. Zusammenfassend kann man sagen dass das Wohlbefinden (+30%), das Engagement (+19%) und die Unternehmensleistung (+15%) steigen, während die Kündigungsabsicht (-75%), das destruktive Engagement (-63%) und die Resignation (-52%) deutlich zurückgehen.

Bisher aber hat nur eine Minderheit der Unternehmen eine gesunde Führung etabliert: Ein gesunder Führungsstil ist nur in 2% der untersuchten Unternehmen sehr gut und in nur 22% gut ausgeprägt.“

Quelle: Trendstudie 2013 der Universität St. Gallen von Prof. Dr. Heike Bruch und Sandra Kowalevki

Elisabeth Küppers
Kreissparkasse Heinsberg