1.2.2019

Burnout-Vorbeugung genauso wichtig wie Zähne putzen

Regelmäßig etwas für die Psyche zu tun ist genauso wichtig wie das tägliche Zähne putzen! Dies war die Eingangsbotschaft des Referenten Torsten von Keitz, der als Diplomsportlehrer für die IKK Classic arbeitet und Referent der Veranstaltung „Burnout verhindern – die (Arbeits-)kraft stärken“ am 29.01.2019 war. Etwa 40 Personen waren der Einladung der Initiative „Gesunde Unternehmenskultur im Kreis Heinsberg“ und der Kreishandwerkerschaft in die „Werkbank“ der Kreissparkasse Heinsberg gefolgt. Im Laufe des etwas mehr als einstündigen Vortrages erläuterte Herr von Keitz das Entstehen von Stress, Burnout und was man vorsorglich für sich und seine Mitarbeiter/innen dagegen tun kann.

Jede/r ist immer wieder Belastungen, Anspannung und Stress ausgesetzt. Das ist an sich noch nicht schädlich, vorausgesetzt man verfügt über genügend Ressourcen zur Entspannung und nutzt diese auch regelmäßig. Ein Burnout-Syndrom entsteht, wenn man sich selber antreibt, immer härter zu arbeiten, vielleicht weil man sich etwas beweisen möchte. Seine eigenen Bedürfnisse stellt man immer weiter zurück, Konflikte werden weggeschoben, Warnungen von Freunden in den Wind geschlagen. Am Ende steht dann sozialer Rückzug, ein Gefühl der inneren Leere und des nur noch funktionieren Müssens. Schließlich folgt Resignation, Depression und eben das, was wir „Burnout“ nennen. Die gute Nachricht dabei ist: Wer auch in stressigen Zeiten von Zeit zu Zeit inne hält und sein Handeln kritisch hinterfragt, kann in jeder Stufe dieser Spirale aussteigen.

Natürlich ist es besser, gar nicht erst in solch eine Situation hineinzugeraten. Was also tun? Herr von Keitz beantwortete das so: Sich selbst klar machen, was man braucht, um gesund zu bleiben. Dabei ist der Begriff von Gesundheit durchaus nicht bei allen Menschen gleich ist. Aber immer gehören körperliche (Fitness, aktiver Lebensstil, Ernährung), psychische (Zufriedenheit, Wertschätzung, positive Denkweise) und soziale (Freundeskreis, Vertrauensperson, familiärer Rückhalt) Faktoren dazu. Entspannung muss nicht heißen, auf einer Matte liegen und nichts tun. Auch etwas Kreatives machen, sogar eine bestimmte Art von Arbeit kann einen Ausgleich zum Job bieten. Jede/r muss herausfinden, was den größten Effekt bringt. Daraus packt man dann seinen individuellen „Werkzeugkoffer“. Wichtig ist, darin einen Sinn zu sehen und der Spaß dabei darf nicht fehlen. Oft sammeln sich im Laufe des Tages Stressmomente an, … vom lahmen Autofahrer vor einem am Morgen bis hin zum schwierigen Kunden am späten Nachmittag. Deshalb ist es sinnvoll, kurze „Entspannungsoasen“ auch in die tägliche Routine einzubauen. Das können Entspannungsübungen am Schreibtisch, kurze Atemübungen oder ein Spaziergang sein. Wie gesagt, was ein Mensch braucht, um seinen Stresspegel zu senken, ist sehr individuell. Davon, was andere darüber denken, sollte man sich übrigens nicht abhalten lassen. Schließlich legen wir Menschen selbst fest, was „normal und gut“ ist und was nicht.

Als Chef/in ist man in einer besonderen Verantwortung und zwar sowohl für sich selbst - nicht zuletzt wegen der Vorbildfunktion - und auch seinen Mitarbeitern/innen gegenüber. Das wichtigste an einer gesundheitsförderlichen Führung ist eine wertschätzende Grundhaltung. Dazu gehören aktives Zuhören, die klare(!) Kommunikation von Lob und Kritik und das Einbeziehen der Belegschaft bei anstehende Entscheidungen und Veränderungen. Hilfreich ist ein Perspektivwechsel und die Frage: Wäre ich mir selbst ein/e gute/r Chef/in?

An dieser Stelle endete der kurzweilige Vortrag. Die Gespräche wurden allerdings beim Ausklang des Abends mit einem Imbiss lebhaft fortgesetzt.

Dr. Cornelia Groschopp
Gesundheitsamt des Kreises Heinsberg