17.10.2017

Tue was für Dich. Mach mit. - Ein Erfahrungsbericht zum Präventionsprogramm der Deutschen Rentenversicherung in der Ambulanten Reha Geilenkirchen

Tue es für Dich. Mach mit. So lautete die Werbebotschaft auf einem Flyer der Ambulanten Reha am Krankenhaus Geilenkirchen. Das darin beschriebene Programm bewog mich zu einer Anmeldung für den nächsten Präventionskurs dort. Da diese Präventionskurse durch die Rentenversicherung finanziert werden, stand zu Beginn eine ärztliche Untersuchung an. Bei dieser Untersuchung wurden auch alle notwendigen Daten zur Antragsstellung aufgenommen. Mit der eigentlichen Antragsstellung hatte ich somit keinen Aufwand, dies wurde von der Ärztin der Rehaeinrichtung übernommen. Nach der Zusage der Kostenübernahme durch die Rentenversicherung stand der Teilnahme am nächsten Präventionskurs nichts mehr im Wege.

Zu Beginn des Programms lag mein Gewicht bei 170 Kilogramm. Häufig hatte ich Gelenk- und Rückenschmerzen und Probleme mit meinem Bluthochdruck.

Beim ersten Treffen war ich natürlich ein wenig nervös, da ich aus Würselen komme und nach Geilenkirchen musste. Mir war vorher schon klar, dass ich dort auf keine Bekannten treffen würde. Sehr schnell und spielerisch lernten wir uns innerhalb der Gruppe kennen. Zu Beginn starteten wir mit drei intensiven Kennenlerntagen. Hier lernten wir zu Beginn unter Anleitung der Sportwissenschaftler den Trainingsraum kennen. Des Weiteren stellten uns die Sportwissenschaftler das Programm vor, dass wir nun durchleben würden und auch die ersten theoretischen Einheiten standen auf dem Programm. In der Initialphase lernten wir auch die Psychologen und Ergotherapeuten kennen. Nach den ersten drei Tagen wussten wir, was in den kommenden 16 Wochen auf uns zukommen würde.

Zu Beginn wurde eine Körperanalyse erhoben. Wir machten einen Ausdauertest und stellten fest, wie beweglich und agil wir waren. Die meisten Teilnehmer waren sehr überrascht, wie wenig beweglich sie mittlerweile waren und wo es überall zwickt wenn man sich sportlich betätigt. Zu Beginn hatte ich zum Beispiel Probleme, das Gleichgewicht zu halten. Ich konnte mir morgens die Socken nur im Sitzen anziehen. Durch das Training wurde dies verbessert. Manchmal wurden uns „verrückte“ Trainingsmethoden vorgeschlagen. Zuvor hätte ich niemals probiert, um meine Koordination zu verbessern, meine Zähne mit der linken Hand zu putzen und dann, als dies zur Routine wurde, die gleiche Übung auf einem Bein auszuüben.

Nachdem das intensive Einführungsseminar geschafft war, ging es mit dem regelmäßigen Trainingsprogramm weiter. Hier trafen wir uns 16 Wochen jeden Dienstag und Donnerstag zum Training und Praxis- und/oder Theorieunterricht. Zu Beginn konnten wir immer an den Kardio- und Fitnessgeräten der Ambulanten Reha trainieren. In den Vorträgen lernten wir etwas über ausgewogene Ernährung, wie dosiertes Training abläuft und wie unser Körper funktioniert und besonders wie Muskeln, Sehen und Knochen zusammen arbeiten. Mit den Sportwissenschaftlern gab es auch praktische Einheiten. Wir machten Nordic Walking und Intervall-Ausdauertraining. Es gab auch Gymnastik- und Kraftübungen. Hier wurden uns viele verschiedene Trainingsgeräte nahegebracht und besonderer Wert wurde darauf gelegt, dass man die Übungen mit geringem Aufwand auch zu Hause nachmachen kann. Es wurden unter anderem auch Übungen zur Rückenstärkung gezeigt.

Die Ergotherapeuten haben uns gezeigt, wie Alltagsarbeiten und Alltagsbewegung gesund ausgeführt werden. Hier lernte ich oft Dinge, über die ich bisher noch nicht nachgedacht hatte. Diese Fähigkeiten wurden sowohl im Theorieunterricht aber auch im Workpark praktisch vermittelt. Die ergonomische Einrichtung des Arbeitsplatzes konnte ich auch in meinem Büro und bei meinen Mitarbeitern umsetzten.

Mit den Psychologen haben wir zum Beispiel das richtige Genießen geübt. Hier haben wir an einem Stück Schokolade geübt, wie richtiges Genießen mit allen Sinnen funktioniert. Weitere Themen waren Resilienzbildung und auch Entspannungsübungen standen hier auf dem Plan.

Es wurden regelmäßig unsere Körpermesswerte erhoben. Somit konnte ich meinen Erfolg nicht nur spüren, sondern auch messbar nachvollziehen. Im Seminar bekamen wir gezeigt, wie wichtig es sein kann, seine Aktivitäten und Ernährungsgewohnheiten zu protokollieren. Daraufhin habe ich mir eine Pulsuhr angeschafft. Über einen Monat lang habe ich meine Ernährung protokolliert und mit Hilfe einer App analysiert und verbessert. Mein erster großer Erfolg war, mich endlich auf der Körperfettwage zu wiegen, denn diese funktionierte nur bis 150 Kilogramm. Desweitern passte ich wieder in Kleidung, die ich lange nicht mehr tragen konnte.

Die regelmäßigen Trainingseinheiten stärkten die Muskeln und Gelenke. Schmerzen bei Bewegungen verschwanden. Mit der Benutzung der Pulsuhr habe ich festgestellt, dass der Ruhepuls sich deutlich senkte. Durch das Präventionsprogramm habe ich insgesamt 25 Kilogramm abgenommen. Das Problem mit dem Bluthochdruck habe ich leider noch nicht in den Griff bekommen. Dank der guten Vorbereitung werde ich das Motto „Tue was für Dich.“ auch weiterhin verfolgen. Bis zum Nachtreffen, das sechs Monate nach Ende des Präventionsprogramms stattfindet, werde ich hoffentlich weitere Verbesserungen schaffen.

Mein großer Dank für die Anleitung und Unterstützung gilt dem ganzen Präventionsteam.

Dominik M., 35 Jahre, Industriekaufmann

Elisabeth Küppers
Kreissparkasse Heinsberg