9.3.2017

Am 8.3.2017 fand im GSZH in Hückelhoven die Veranstaltung „Werd‘ mir bloß nicht krank! – Vorbeugen ist besser als Heilen“ statt.

Am 8.3.2017 fand im GSZH in Hückelhoven die von ca. 70 Personen besuchte Veranstaltung „Wird‘ mir bloß nicht krank! – Vorbeugen ist besser als Heilen“ statt. Dabei ging es um die Prävention und Gesundheitsförderung für Unternehmen und konkrete Hilfestellungen, wie man diese Themen angehen kann.

Moderiert wurde die Veranstaltung von Herrn Schuhmachers von der Heinsberger Zeitung/Nachrichten. Nach der Begrüßung Dr. Herrn Dr. Feldhoff als Leiter des Gesundheitsamtes, der hier sich hier im Kreis seit über zwanzig Jahren für die Vernetzung im Gesundheitswesen einsetzt, folgten vier ca. viertelstündige Vorträge. Die Präsentationen aller vier Referenten finden Sie im Download-Bereich.

Prof. Dr. Kraus, seines Zeichens Leiter des Instituts für Arbeits- und Sozialmedizin der Uni Aachen, sprach über den „Aufbau eines gesunden Unternehmens – Wie geht das in Kleinbetrieben?“. Immer wieder werden von denen Fragen gestellt wie: Was muss ich machen? Was bringt mir das? Wer kann mir helfen? Im Internet gibt es eine Fülle von Informationen, deren Qualität aber oft schwer einzuschätzen ist. Deshalb stellte er gezielt den Zugang zu einem Projekt „Der gesunde Betrieb – los geht’s!“ (http://psyga.info/kmutool/#/intro) vor, das auf die obigen Fragen Antworten gibt.

Dr. Deiwick von der Abteilung Gesundheit und Sicherheit der Unfallkasse NRW berichtete über die „Kultur der Prävention – Die nächste Kampagne der DGUV“. Unfallkasse, Berufsgenossenschaften, Kranken- und Rentenkassen, … sie alle engagieren sich seit Jahren im Bereich der Prävention. Wurde in den letzten Jahren viel am technischen und organisatorischen Arbeitsschutz getan, so muss seiner Überzeugung nach jetzt der Mensch selbst im Mittelpunkt stehen. Auf der Seite der „Gemeinsamen Deutschen Arbeitsschutzstrategie“ steht ein Organisations-Check (http://www.gda-orgacheck.de/daten/gda/index.htm) zur Verfügung, mit dem man testen kann, wo das Unternehmen bei den verschiedenen Aspekten des Arbeitsschutzes steht und an welchen „Bausteinen“ man weiterarbeiten sollte. Ein „Kultur-Check“ soll im November folgen. Für Unternehmen, die der UK NRW angeschlossen sind, wies er außerdem auf das Prämiensystem hin.

Um „Betriebliches Gesundheitsmanagement, Prävention und Gesundheitsförderung als Praxisbeispiel der KSK Heinsberg“ ging es dann in dem Beitrag von Frau Jacobs-Bolten, stellvertretendes Vorstandsmitglied der Kreissparkasse Heinsberg. Seit vielen Jahren hat man sich dort diesen Themen verschrieben und für die 665 Beschäftigten ein umfangreiches Angebot zu den drei Themen „körperliche Gesundheit, seelische Gesundheit und Persönlichkeitsentwicklung“ zusammengestellt. Wie auch die anderen Redner stellt sie die Vorteile für Unternehmen heraus: geringerer Krankenstand, Hilfestellung bei den heute oft rasend schnell gehenden Veränderungen in der Arbeitswelt, Unterstützung für eine immer älter werden Belegschaft und Attraktivität als Arbeitgeber.

Unter dem etwas provokanten Titel „Wie schaffen wir es, den vorzeitigen Tod der Neujahrsvorsätze zu verhindern?“ sprach Herr Theißen als Fachbereichsleiter Rehamanagement der DV Rheinland, über die Präventionsleistungen der Deutschen Rentenversicherung. In den Mittelpunkt seines Beitrages stellte er ein relativ neues Projekt zur Verhaltensprävention von Mitarbeitern/innen, die bereits erste Beschwerden haben. In einem viermonatigen Programm soll deren Gesundheitskompetenz erhöht und für sie in individueller Trainungsplan erstellt und erprobt werden. Die Unternehmen müssen sich verpflichten, daran teilnehmende Beschäftige für vier Tage freizustellen, weitere Kosten fallen für sie nicht an. Die Betroffenen müssen motiviert sein, ihr Training außerhalb dieser vier Teilnahmetagen berufsbegleitend fortzusetzen. Durchgeführt werden diese Projekte in ausgewählten Reha-Einrichtungen, im Kreis Heinsberg ist es die ambulante Reha am Krankenhaus Geilenkirchen (http://www.reha-geilenkirchen.de/geilenkirchen/praevention).

In der sich anschließenden Diskussion wurden verschiedene Aspekte der Vorträge nochmals vertieft und dann auf das Anliegen der Initiative „Gesunde Unternehmenskultur im Kreis Heinsberg“ eingegangen: Sie will interessierten Unternehmen über die Informationen auf der Homepage, einem Newsletter, gezielten Veranstaltungen und die Möglichkeit eines persönlichen Kontaktes eine erste Hilfestellung zur Einführung eines zum einzelnen Betrieb passenden Gesundheitsmanagements geben. Außerdem regen die Initiatoren immer wieder die Netzwerkbildung, das sich Austauschen, voneinander Lernen, eventuell auch etwas gemeinsam Organisieren an. Das betonte auch Dr. Feldhoff in seinem Schlusswort und lud ein, bei einem Imbiss gleich damit zu beginnen.

Dr. Cornelia Groschopp
Gesundheitsamt des Kreises Heinsberg