31.1.2018

Jede Bewegung zählt!

Bewegung ist gut und bietet sogar Schutz vor vielen chronischen Krankheiten. Das ist seit langem bekannt, aber erstmals in 2016 sind in Deutschland sogenannte „Nationale Bewegungsempfehlungen“ erschienen. Eine Reihe von Wissenschaftlern hat sich dabei die Mühe gemacht, Literatur zu diesem Thema durchzusehen und daraus abzuleiten, wie viel Bewegung denn nun genau sinnvoll ist.

Herausgekommen ist Folgendes: Erwachsene, auch ältere, sollten mindestens 150 Minuten in der Woche Ausdauersportarten wie etwa Gehen, Walken, Fahrrad fahren, Schwimmen oder auch Ballspiele machen. Die Anstrengung darf durchaus moderat sein, d. h. man kann sich dabei noch gut unterhalten. Strengt man sich mehr an, so dass man nicht mehr ohne weiteres plaudern kann, reichen schon 75 Minuten in der Woche. Gut ist, wenn zweimal in der Woche Übungen zur Muskelkräftigung dazukommen. Je älter man wird, umso wichtiger werden außerdem Gleichgewichts- und Koordinationsübungen, möglichst dreimal die Woche. Die sportliche Betätigung sollte mehr oder minder gleichmäßig über die Woche verteilt werden, z.B. 5 x 30 Minuten. Sinnvoll ist es aber auch, längere Sitzphasen durch eine mindestens 10minütige Bewegungspause zu unterbrechen. Selbst Menschen, die bereits chronische Erkrankungen haben, profitieren immer von Bewegung. Hier muss natürlich die passende Art gut ausgewählt werden und es sollte vor Beginn ein Gespräch, evtl. auch eine Untersuchung beim Arzt geben. Für Kinder und Jugendliche gelten noch andere Empfehlungen: Kindergartenkinder sollten sich 180 Minuten am Tag und Kinder ab dem Grundschulalter 90 Minuten bewegen.

Wer bisher nichts getan hat oder nicht weiß, wie er so viel Sport in seinen Alltag einbauen soll, hat keinen Grund aufzugeben: Mittlerweile ist klar, dass jede Bewegung dem Körper zugutekommt, also auch der Verzicht auf den Aufzug und stattdessen das Laufen der Treppe. Allerdings gilt, auch wenn es paradox klingt: Gerade wer viel arbeitet, benötigt auch viel Ausgleich. Außerdem dient Bewegung nicht nur der Gesunderhaltung des Körpers, sondern ist auch gut für die Psyche.

Dr. Cornelia Groschopp
Gesundheitsamt des Kreises Heinsberg